February 2007

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Die große Astronomie-Konferenz in Prag letzten August war das einzige “Event”, von dem ich bisher richtig viel gebloggt habe. Das hat aber richtig Spaß gemacht. Ich hatte den Blog ein paar Tage vorher bei Blogger angelegt, dort meine Absicht verkündet und andere Teilnehmer zum mitbloggen eingeladen. Da Bloggen ohne Leser langweilig ist, habe ich eine einzige Email an einen der meistgelesenen Astro-Blogger, den Bad Astronomer, geschickt, mit der Bitte, auf dieses temporäre Blog aufmerksam zu machen.

Das tat dieser auch prompt und ein paar andere Astro-Blogger lasen mit, kommentierten sporadisch und verlinkten. Ich schrieb 70, meist nicht einmal kurze, Beiträge in 5 Tagen. Das war anstrengend, aber hat mir auch selbst viel gebracht. Ich musste den Vorträgen aufmerksamer zuhören, um die Hauptaussage zu destillieren. Außerdem ist es ein weiterer Schritt im eigenen Verstehen eines Sachverhalts, diesen konsistent in eigenen Worten auszudrücken. Das noch während der Vorträge zu machen und mit dem Ende der 2-3 Minuten Fragen an den Redner auf “Publish” zu drücken und zum nächsten überzugehen, war ein interessantes Selbstexperiment.

Ich konnte nach einigen Tagen auch zwei Kollegen aus Uppsala und Stockholm überreden, mitzumachen und so entstanden noch mehr Vortragszusammenfassungen. Alle Texte habe ich dann später in ein eigenes WordPress-Blog überführt, der sogar weiterhin sporadisch mit astronomischen Dingen gefüllt wird. Es heißt Apparent Brightness und im dortigen Archiv findet man oben genannte Konferenzbeiträge.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte: Ich fahre in zwei Wochen wieder einmal zum Beobachten an ein Teleskop. Zwei Nächte am Nordic Optical Telescope auf La Palma. Ich war da schon häufiger und kenne alles gut genug, dass ich Zeit zum Bloggen finden werde. Ich denke dabei wieder an eine Art “Power-Bloggen” mit vielen Beiträgen in schneller Folge, um einen echten Eindruck der Abläufe zu vermitteln.

Jetzt die Gretchenfrage: In welchem Blog und in welcher Sprache?

Das einfachste wäre, Englisch auf Apparent Brightness zu schreiben. Leider sind die Leserschaften aber sehr stark nach Sprachen getrennt und auf Deutsch gibt es meines Wissens wenig gute Blogs von Astronomen. Es wäre eine gute Gelegenheit, ein weiteres deutsches Blog aufzumachen. Dazu kommt noch, dass ich schon lange anfangen will, auf Schwedisch zu schreiben, weil mir da immer noch der ein oder andere Fehler unterläuft und man in meinem Metier wenig Übung bekommt, weil alles Geschriebene auf Englisch ist. Das wäre sicherlich die herausforderndste Alternative und ich könnte sie gleichzeitig als Aktivität zur Popularisierung meiner Forschung anrechnen, die man in Schweden schon als Doktorand zum Auftrag hat.

Schwierige Entscheidung.

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Haben Blogs Macht? Ja, sagt Robert Basic und träumt auch gleich, was man mit dem globalen Dialog in Blogs noch alles erreichen könnte.

Auch wenn die konkreten Beispiele, in denen Blogs etwas außerhalb der Bloggosphäre bewirkt haben, nicht sehr zahlreich sind, glaube ich, dass ein Großteil der Blogger mindestens insgeheim hofft, etwas zu bewegen, und deswegen geneigt ist, ihm zuzustimmen. Ich auch.

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Telepolis wirft etwas Licht auf die Frage, was sich an der Impressumspflicht für Blogs mit dem neuen Telemediengesetz ändert.

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Das Programm der Re:Publica ist da und es liest sich vielversprechend. Wie gesagt, plane ich teilzunehmen und der Blick auf das Programm lässt es mich nicht bereuen, den Flug schon gebucht zu haben.

Ich gehe mal davon aus, dass es dort drahtloses Netz geben wird und ich an dieser Stelle von dort berichten kann. Dass ich es wie auf meiner letzten Astro-Konferenz durchhalte, im 20-Minuten-Takt über fast jeden Vortrag zu bloggen, will ich aber nicht versprechen.

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Dass Software aktiv weiterentwickelt wird, ist natürlich an sich ein gutes Zeichen, trotzdem kann ich mir ein leichtes Stöhnen nicht verkneifen, wenn ich schon wieder alle meine Blogs updaten muss.

Da das neue WordPress 2.1.1 aber nur Bugfixes enthält scheint es gutzugehen, die neue Version einfach über die alte aufzuspielen, ohne die Plugins zu deaktivieren. Am schnellsten geht das, finde ich, wenn man im Heimverzeichnis jedes Benutzers auf dem Server, der einem Blog entspricht, einen symbolischen Link mit dem Namen “wordpress” auf das entsprechende WWW-Verzeichnis hat. Die tar.gz-Datei entpackt nämlich in das Verzeichnis “wordpress” und so spart man sich das umkopieren und kann einfach von jedem Benutzer aus das eine Kommando zum Auspacken ausführen.

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Die Zahl der Beleidigungen und Verleumdungen im westlichen Nordschweden hat sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Man führt das nicht zuletzt darauf zurück, dass immer mehr Leute Blogs schreiben.

Ein Blog ist natürlich als Plattform sehr gut geeignet, sich den Frust von der Seele zu schreiben. Man muss aber wohl unterscheiden, ob man echte Missstände anprangert und seine Meinung begründen kann, oder ob jemand rumstänkert oder gar private Fehden austrägt. Im letzteren Fall finde ich es vor allem langweilig und selten lesenswert.

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Ich habe mir in einem Artikelchen über Tauschbörsen gerade verkniffen, direkt auf die Seite zu linken. Meines Wissens ist die Pirate Bay zwar auch in Deutschland nicht illegal, aber wenn nicht einmal Telepolis/Heise sich traut …

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Ein Artikel, den ich letzten Juni auf Blogressiv.de geschrieben habe, stimmt zwar im Detail vielleicht nicht mehr, hat aber prinzipiell nichts an Aktualität eingebüßt, finde ich. Deshalb an dieser Stelle eine leicht veränderte Wiederveröffentlichung:

Dass man Spuren hinterlässt, wenn man sich im Netz bewegt, Seiten aufruft und auf Links klickt, sollte sich herumgesprochen haben. Webserver protokollieren akribisch jeden Seitenaufruf und der Betreiber einer Webseite sieht, wer denn so alles vorbeikommt – zwar nur die IP-Adressen und keine Namen, aber immerhin.

Was man als Surfer oft nicht mitbekommt, ist, dass viele Seitenbetreiber ihre Logs freiwillig Fremdfirmen zur Verfügung stellen. Das kann aus vielerlei Gründen und auf unterschiedliche Arten geschehen, aber generell gilt: Sobald man ein Bild oder sogar JavaScritpt-Code von einer externen Seite nachlädt, bekommt diese auch jeden Seitenaufruf mit.

An erster Stelle ist hier Googles AdSense zu nennen. Auf unzähligen Seiten (auch auf einer meiner eigenen) findet man diese Anzeigen, denn sie sind einfach einzubauen und passen sich dem Inhalt der Seite an. Man muss lediglich ein Stück JavaScript-Code in den Quelltext seiner Seite einbauen. Dieser wird von Googles Servern nachgeladen und gibt die passende Anzeige zurück. Hierbei ist es unvermeidlich, dass Google jeden Seitenaufruf mitbekommt.

Aber sogar aus viel geringeren Gründen als Geld, geben Betreiber ihre Daten frei. Ein beliebtes Beispiel bei Bloggern sind gerade die Zugriffsstatistiken selbst. Anstatt selbst eine kleine Analyse-Software auf den Protokollen laufen zu lassen, gibt es zahlreiche und vielgenutzte Angebote wie counter.blogscout.de (oder in letzter Zeit verstärkt Google Analytics), die einem Statistiken über Besucherzahlen aufbereiten, wenn man wiederum einen Codeschnipsel in seine Seite einbaut und ihnen so die entsprechenden Daten zukommen lässt. Der einzige Vorteil gegenüber einer eigenen Webstatistik ist wohl der direkte Schwa^W Vergleich mit anderen Blogs.

Ein weiteres Beispiel: Technorati, der Primus der Blogsuchmaschinen. Man wird auch hier aufgefordert, ein Stück JavaScript in seine Seite einzubauen und bekommt dafür z.B. einen Link auf die Seite, die alle Blogeinträge anzeigt, die einen Link auf einen selbst gesetzt haben. Die URL dieses Links funktioniert aber auch ohne das Nachladen von Code und das entsprechende Bild kann man auch bei sich vorhalten.

Das alles ist weit verbreitet und sogenannte A-Blogger machen es vor: Werfen wir einen kurzen Blick auf Spreeblick, ein Blog den ich gern und regelmäßig lese. Wenn man die Startseite aufruft, bekommen das, neben den Spreeblickleuten selbst, Google, Technorati und der Blogscout-Counter mit. Auf Unterseiten gibt es teilweise zusätzlich dynamische Anzeigen von Amazon, die ähnlich wie die von Google funktionieren. Die Bilder für die Anzeigen oben rechts unter dem Suchfeld bei Spreeblick werden lokal vorgehalten und im Prinzip spräche wohl nichts dagegen, dass die zur Abrechnung nötige Information beim Klicken über die URL weitergegeben wird – schließlich wird man beispielsweise bei AdSense sowieso nur für Klicks und nicht für Seitenaufrufe bezahlt.

Wohlgemerkt gilt oben Genanntes meist nur, wenn man die Seite direkt aufruft; im Newsfeed tauchen diese Dinge bisher eher selten auf. Dafür gibt es da einen anderen vielbenutzten Service, FeedBurner, den man zur Auswertung dieser Leser benutzten kann – natürlich wiederum indem man ihnen die Besucherdaten überlässt.

Ob diese freiwillige Verbreitung von Besucherdaten ein Problem ist, weiß ich nicht. Im Web 2.0 scheinen Bedenken über Privatsphäre und Nutzerdaten eine geringe Rolle zu spielen. Ich finde aber, dass man sich dessen zumindest bewusst sein sollte. Blogressiv gibt keine Zugriffsdaten an andere weiter. Anregung für diesen Text war eine kleine Diskussion auf zeineku.de.

Nachtrag, 14. Feb, 16:30: Im Footer habe ich einen Hinweis auf die CC-Lizenz. Bis eben wurde das durch ein Plugin gehandhabt, aber es fiel mir auf, dass das kleine Bild dabei nicht lokal vorgehalten wird, sondern jedes Mal vom CreativeCommons-Server geholt wurde, wodurch dieser Besuche hier mitbekommt. Dem ist jetzt abgeholfen.

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Ich stoße im Netz ab und zu auf völligen Unsinn oder extremistische Meinungen zu Themen, über die ich blogge. Verlinkt man so etwas und schreibt darüber? Oder verbreitet man es damit nur weiter und sollte es am besten ignorieren? Reicht es zu schreiben, dass es Unsinn ist, oder hat man dann die automatische Pflicht, den Text auseinanderzunehmen und zu widerlegen? Willkürliche Behauptungen zu widerlegen, ist schwieriger als sie aufzustellen und man kommt da auch zu keinem Ende, wenn man einmal anfängt.

Ich habe mich bisher meist fürs ignorieren entschieden, aber gerade habe ich mich über etwas so aufgeregt, dass ich nicht anders konnte. :(

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Ich lese zwar ein paar schwedische Blogs, habe aber keinen wirklichen Überblick über die schwedische Bloggosphäre. Es scheint jedoch viele nationale Dienste für blogtypische Sachen wie Pings, zentrale Verschlagwortung, Blogsuche, Ranglisten etc. zu geben.

Ein neuer Ping-Dienst, Twingly, sorgt gerade für Furore, weil er mit den Webauftritten etablierter Zeitungen, darunter die größte schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter, zusammenarbeitet und über diesen Mechanismus bei Zeitungsartikeln Links zu den Blogs angezeigt werden, die auf sie verlinken. Und da so ein Link Besucher auf die eigene Seite bringt, sind Blogger daran natürlich interessiert

Es wird spekuliert, dass das ein Versuch der etablierten Medien ist, die Richtung der öffentlichen Diskussion weiterhin zu bestimmen und nicht das Ruder an Blogs aus der Hand geben wollen. Wenn Blogger sich öfter auf Artikel der Zeitungen beziehen, bleiben diese tonangebend.

Kann ja sein. Ich finde es aber suspekt, dass dafür ein solcher Dienst gebraucht wird. Schließlich gibt es Trackbacks.

(via)

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