Ich sitze gerade im Workshop mit den Hard Bloggin’ Scientists. Ich bin bisher der einzige Naturwissenschaftler, der sich zu Wort gemeldet hat. Alle anderen scheinen aus den Kultur- und Sozialwissenschaften zu kommen.
Es geht um die beruflichen Probleme, die für einige damit entstehen, dass sie Bloggen. Und darum, wie Blogs in der Lehre eingesetzt werden können. Und wie man Studenten ans Bloggen heranführt. Selbst wenn es nicht funktioniert, Studenten zum Bloggen zu zwingen, gehört der Umgang mit Wikis und Blogs zu den heute nötigen Grundfertigkeiten.
Meine eigene Erfahrung (bin Astronomiedoktorand) ist zweierlei. Einmal als Öffentlichkeitsarbeit. Ich schreibe, leider nicht regelmäßig genug, bei einem englischen und einem schwedischen Astronomieblog mit. Blogs wie Cosmic Variance zeigen, wie gut das funktionieren kann. Zum anderen sind interne Blogs (und Wikis) ein wichtiges Hilfsmittel zur Komunikation. Ich habe ein institutionsinternes Blog aufgesetzt und habe auch vor, in einem Kurs, bei dem ich ab nächste Woche mitwirken werde, ein nichtöffentliches Blog zur Kommunikation von und mit Studenten zu betreiben.
Jetzt wird das Thema “Medienkompetenz” durchgekaut. Ich finde das nicht so spannend. Leute wollen die Wikipedia verbieten, zumindest in Arbeiten von Studenten. Ganz schwieriges Thema und sehr fachabhängig.
Ideenklau. Wenn man als Wissenschaftler über seine unveröffentlichte Arbeit bloggt, besteht prinzipiell die Gefahr, dass jemand die eigenen Ideen übernimmt. Nicht viele sahen das hier als Problem (ich auch nicht), denn nicht die Idee, sondern die Durchführung ist das Entscheidende. Außerdem sind Blogs Diskussion und der wissenschaftliche Diskurs findet auch offline statt.
Die Vorbehalte, die es von etablierten Wissenschaftsstrukturen gegenüber Blogs gibt, sind nicht von der Hand zu weisen. Es kann eben jeder mitreden und die “alten” und nicht notwendigerweise schlechten Strukturen der Reputation etc. werden in gewisser Weise ausgehebelt.
Tags: Re-Publica
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