Private Blogs können unerwartete Auswirkungen haben. Ein junger Ingenieur aus Göteborg bewarb sich auf eine Stelle in einer anderen Stadt, wurde jedoch abgelehnt. In den Papieren die er zurückgeschickt bekam, fand er einen Ausdruck des Blogs seiner Freundin, in dem sie sich geäußert hatte, dass sie nur ungern aus Göteborg wegziehen würde. Es klebte ein Zettel am Ausdruck mit der Aufschrift “Was tun?”.
Dass Arbeitgeber ihre Bewerber googeln, ist wohl nicht ungewöhnlich, aber das Blog sei angeblich anonym geführt worden. Außerdem darf man sich fragen, welche Relevanz die Aussage der Freundin für die Bewerbung hat. Das Unternehmen hat zugegeben, dass es ein Versehen war, den Ausdruck mit zurückzuschicken, will sich aber nicht dazu äußern inwieweit das Blog eine Rolle bei der Entscheidung gespielt hat.
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Ja, die Vorgehensweise hat was Dilettantisches … jetzt zu fordern, es solle mehr Professionalität bei den PersonalerInnen einziehen … mir ist’s lieber, durch solche allzumenschlichen Lücken mal mitzukriegen, was da so abgeht. Und ich hätte auch gerne eine Antwort auf die Frage, was das Blog der Freundin überhaupt mit der Bewerbung zu tun hat.
Mit Googeln alleine ist es auch nicht getan: in einer Demokratie gehört es eigentlich zum Selbstbestimmungsrecht, eine Gelegenheit zur Stellungnahme zu bekommen. Zumal wenn etwas so Grundlegendes wie die berufliche Laufbahn davon abhängt.
Ich stell mir ausserdem vor, dass bald jedeR ein Blog hat oder bei jedeM über Google “was Verdächtiges” gefunden wird. Wen wollen die Unternehmen dann noch einstellen? Ist es das wert, für solche privaten Angelegenheiten u. U. auf qualifiziertes Personal zu verzichten? Und umgekehrt: ist es das wert, solche Information zu bloggen? -
Pingback from Regine Heidorn » Qype, Plazes und Stasi2.0 on May 10, 2007 at 2:07 pm

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