Motivation

You are currently browsing articles tagged Motivation.

Wenn man es geschafft hat, eine gewisse Stammleserschaft für sein Blog zu gewinnen und diese die eigenen Beiträge kommentiert, macht bloggen erst richtig Spaß. Es ist unheimlich spannend, die Reaktionen und Meinungen der Leser auf das zu bekommen, was man von sich gibt.

Die Spannung ergibt sich, finde ich, nicht zuletzt daraus, dass es sehr schwer ist, die Reaktion der Leser auf einen gewissen Text vorherzusehen. Artikel, in die mehr Arbeit geflossen ist und mit denen man selbst ganz zufrieden ist, werden oft still akzeptiert, während ein Zweizeiler eine lange Diskussion entfachen kann. Manche Blogger geben offen zu, das auszunutzen und ein Thema nicht selbst zu erschlagen, sondern den Lesern Gelegenheit zu sinnvollem Beitragen zu geben. Das mag und mache ich nicht, wahrscheinlich wegen des Beigeschmacks von Unaufrichtigkeit und Manipulation. Besser alles raushauen, was mir zum Thema einfällt.

Ab und zu wird man enttäuscht und die Kommentare zu einem Text, im dem man nach eigener Einschätzung eine gewagte Meinung vertritt und den man nicht allzu schwer angreifen könnte, bleiben still. Aber das macht nichts, denn der umgekehrte Fall, in dem man unerwartet viel Rückmeldung bekommt, gleicht das mehr als aus.

Tags: , ,

Jeder Blogschreiber, der es schafft, einen gewissen Leserkreis aufzubauen, bekommt früher oder später ein Blogger-Stöckchen zugeworfen. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Fragen, die sich ein Blogger ausgedacht hat und an einige der ihm bekannten Blogs stellt, die diese wiederum beantworten und weiterreichen. Trotz des eigentlich abzulehnenden Kettenbriefcharakters, gehört es zum guten Ton in der Blogosphäre, auf Stöckchen zu antworten. Oft sind die Stöckchen eine gute Gelegenheit für die Leser eines Blogs, etwas mehr über die Person hinter den Texten zu erfahren.

Außerdem bloggen Blogger gern übers Bloggen und die Bloggosphäre. Solche “Meta-Inhalte” findet man in vielen Blogs und sie tragen sicherlich zum Gemeinschaftsgefühl und zur Vernetzung unter Bloggern bei. Wenn man jedoch ein Blog führt, das sich ausschließlich einem bestimmten Thema widmet, ist es meiner Meinung nach keine dumme Idee, selbstreferenzielle Texte zu vermeiden. Bestes Beispiel für mich ist mein Schwedenblog, aber auch mein in letzter Zeit etwas vernachlässigtes Atheistenblog, auf denen ich bewusst versuche, mich allein dem jeweiligen Thema zu widmen.

Ausnahmen waren unter anderem die Stöckchen, die dorthin angeflogen kamen:

  • Das Tischstöckchen

    Weil Meta-Inhalte übers Bloggen an sich eben doch interessant sind, habe ich schließlich das BlogBlog hier aufgemacht und hatte dabei sogar den Hintergedanken, eventuelle zukünfige Stöckchen an die anderen Blogs stattdessen an dieser Stelle zu beantworten. Der Oliver vom Schorleblog hat jetzt sogar gleich an die richtige Stelle geworfen. Umso besser.

    Die einzige “Frage” des Stöckchens lautet:

    Erklär mal, wie und mit welchen Mitteln bei Dir ein neuer Blogbeitrag entsteht.

    Das Technische vorab: Über den Server, auf dem meine Blogs laufen, habe ich schon einmal geschrieben und dass meist WordPress als CMS dahinter steht ist auch kein Geheimnis. Weil ich keinen Blog-Client kenne, der flexibel genug ist, schreibe ich direkt in WordPress und mache ausgiebig von der Möglichkeit Gebrauch, angefangene Artikel zu speichern und später weiterzuschreiben. Obwohl ich zum restlichen Surfen immer noch Galeon benutze, nehme ich zum Bloggen den Firefox, weil der mittlerweile Rechtschreibprüfung in Texteingabefeldern kann und so einige Flüchtigkeitsfehler vermeiden hilft.

    HTML-Tags von Hand einzugeben ist suboptimal, aber “grafische” Editoren, bei denen man sich seine Links und sonstiges zusammenklicken kann, sind noch schlimmer. Um beim Schreiben nicht von der Tastatur auf die Maus wechseln zu müssen, benutze ich ein Plugin für Textile, das eine Kurznotation für die gängigsten HTML-Geschichten anbietet. Ein Link geht zum Beispiel so: "Linktext":http://url.com/bla. Das ist intuitiv und tippt sich schnell.

    Jetzt endlich zu dem, was ein Blog ausmacht: die Inhalte. Ich mache es mir etwas einfacher und beschränkte mich auf mein Schwedenblog Fiket, schließlich schreibe ich dort mit etwa drei Beiträgen pro Tag am meisten. Die Texte lassen sich folgendermaßen einteilen:

    1. Neuigkeiten aus Schweden.
    2. Nicht tagesaktuelle Themen zu schwedischer Kultur: Essen, Festtage, Musik etc.
    3. Vergleich Deutschland – Schweden.
    4. Fotos.
  1. Die Rubrik “Wort der Woche”.

    Zu 1. Bis auf wirklich große Ereignisse wie den Reaktorunfall im letzten Jahr, bekommt man aus den deutschen Medien kaum mit, was in Schweden so die Zeitungen füllt. Nachrichten aus Schweden nehmen also einen beträchtlichen Teil des Blogs in Anspruch. In gewisser Weise ist das ja auch einfach – die Themen wurden schon von von den klassischen Medien vorgekaut und man muss sie nur auf die Hauptaussage zusammenfassen und kann dann seinen Senf dazu abgeben. Quellen werden natürlich nach bestem Wissen korrekt zitiert und verlinkt. Ab und zu übersetze ich auch eine Passage, anstatt sie inhaltlich wiederzugeben.

    Um über Nachrichten schreiben zu können, muss man natürlich selbst auf dem Laufenden sein. Ich beschränke mich dabei auf Online-Medien, denn ich will ja darauf verlinken. Mein entsprechender Medienkonsum läuft ausschließlich über RSS-Feeds. Ich habe das schwedische Pendant zu tagesschau.de abonniert und auch deren deusche Kurzmeldungen, aus denen es sich natürlich gut zitieren lässt, wenn -ich mal zu faul bin- es unnötig ist, selbst zu formulieren. Ich lese auch einige schwedische Blogs. Außerdem versuche ich, alles, was auf Deutsch über Schweden im Netz geschrieben wird, im Auge zu behalten. Zu diesem Zweck habe ich eigene Suchanfragen bei Google-News und Technorati erstellt und diese abonniert, auch mit Hilfe von Yahoo Pipes.

    Auf diese Weise hat Fiket im letzten Jahr mehr dazu beigetragen, dass ich in Schweden “mitreden kann”, als die Jahre davor, die ich hier gelebt habe. Das ist nur ein Beispiel, wie Bloggen einem selbst nützt. Dass das Blog auf diese Weise auch ein Linkarchiv für mich selbst wird, in dem ich interessante Meldungen einfach wiederfinde, ist ein weiterer Vorteil. Ich schreibe aber nicht über alles, was in Schweden “big news” ist. Wenn mich etwas nicht interessiert oder ich es für unwichtig halte, wird es ignoriert.

    Zu 2. Über schwedische Kultur und Eigenheiten möchte ich eigentlich mehr schreiben, aber drei Gründe sind dabei etwas hinderlich: Erstens besteht kein konkreter Anlass, etwas gerade jetzt zu schreiben. Neuigkeiten veralten und müssen entweder gleich, oder gar nicht raus. Die anderen Themen werden also immer wieder verschoben, auch wenn ich eine ganze Liste mit Dingen habe, die nur darauf warten, irgendwann einmal geschrieben zu werden. Man kann das auch positiv sehen, dass mir so schnell nicht der Stoff ausgehen wird.

    Zweitens ist es viel aufwendiger, solche Texte zu schreiben, als schnell eine Nachricht zu kommentieren. Man muss mehr recherchieren, damit man keinen Unsinn schreibt und weil es kein aktuelles Thema ist, gibt es weniger Texte, an denen man sich messen und orientieren kann. Es braucht also schon eine ruhige Stunde, um so etwas anzugehen.

    Das dritte Hindernis betrifft nur die kleinen Dinge des Alltags, die zwar eigentlich erwähnenswert wären, aber einem selbst nicht mehr auffallen, weil sie so selbstverständlich geworden sind. Vielleicht ist es ja ein unlösbares Dilemma, dass man, sobald man Schweden genug kennt, um darüber schreiben zu können, den Blick für die Details verliert.

    Zu 3. Letzteres gilt teilweise auch für den Vergleich zwischen Deutschland und Schweden. Obwohl die Gemeinsamkeiten die Unterscheide bei weitem überwiegen, ist die Frage “Was ist anders in Schweden?” keine uninteressante. Die Perspektive ist dabei eben die deutsche und das Ziel ist es, dem deutschen Leser einen kleinen Teil Schwedens näher zu bringen. Eine klare Trennung zu den Punkten 1. und 2. gibt es wohl nicht und ein gutes Beispiel dafür ist die Veröffentlichung einer internationalen Statistik, bei der ich dann die Zahlen für Deutschland und Schweden herauspicke.

    Unter diese Rubrik fällt aber auch die Berichterstattung über Deutschland in schwedischen Medien, also die umgekehrte Perspektive, die für Deutsche ja auch sehr erhellend ist. Zumindest ist sie das für mich und mein Bild von Deutschland ist heute ein anderes als vor vier Jahren. Leider ist dieses Thema schwer zu greifen und nimmt nicht den Stellenwert bei Fiket ein, den ich mir ursprünglich vorgenommen hatte.

    Um den Blick für die alltäglichen und praktischen Unterschiede zwischen Deutschland und Schweden zu schärfen und den schnellen Abgleich wiederherzustellen, ist mein etwa jährlicher “Heimaturlaub” übrigens sehr hilfreich.

    Zu 4. Hier habe ich einen festen Rhythmus: Jeder fünfte Beitrag zeigt ein Bild, das die ganze Breite des Blogs füllt und auf Klick noch vergrößert wird. Manchmal schreibe ich einen Satz dazu. Es sind ausschließlich eigene Bilder – alles andere wäre erstens Selbstmord angesichts der Abmahnwelle und zweitens auch ziemlich sinnlos in meinem eigenen Blog. Über das Schlagwort Foto wird aus Fiket ein Fotoblog.

    Ich bin Hobbyfotograf seit gut zwei Jahren und entdecke immer wieder vergessene Perlen in meinem Archiv, die ich dann vielleicht noch kurz bearbeite (Ausschnitt oder Kontrast anpassen) und in die Versionen mit 500 und 900 Pixeln Breite verkleinere und nachschärfe (Verkleinern macht ein Bild “soft”). Den Mechanismus von WordPress zum Bilderhochladen benutze ich nicht, sondern lade die Dateien direkt auf den Server. Dann bleibt nur noch, per Copy/Paste den Blogeintrag anzulegen, der das kleinere Bild einbindet und auf das größere verlinkt. Meist bereite ich mehrere solcher Bildbeiträge in einem Rutsch vor und streue sie beizeiten ein. Wenn ich es einmal vergesse, wird auch mal ein Bild rückdatiert, damit der Rhythmus stimmt.

    Zu 5. Jeden Sonntag schreibe ich einen Beitrag mit dem Wort der Woche. Hauptkriterium für das Wort ist, dass es mehr darüber zu schreiben gibt, als die bloße Übersetzung. Am besten ist es, wenn es gleichzeitig noch einen bestimmten Aspekt beleuchtet, der zwar kein Klischee bedient, aber doch “typisch schwedisch” ist. Deshalb gibt es hier auch eine starke Überschneidung mit Punkt 2. Meine eigene Einstellung zum Wort der Woche ist etwas zwiespältig. Einerseits glaube ich, dass einige der besten Texte auf diese Weise entstanden sind, andererseits brauchen sie manchmal etwas mehr Arbeit und ich muss mich dann dazu aufraffen, den festen Termin einzuhalten. Ich glaube aber, dass das Wort der Woche bisher nicht mehr als zwei Mal ausgefallen ist. Ich habe eine Warteliste mit etwa zehn Worten in Reserve.

    Wenn der Text, egal welcher Art, dann fertig geschrieben ist, wird er auf Tippfehler und Lesbarkeit geprüft, indem ich ihn in Gedanken “laut” für mich lese. Dabei kommt es zu allerlei Umformulierungen, Änderungen im Satzbau und Wortaustausch, zum Beispiel um den Lesefluss zu erhöhen oder Wiederholungen zu vermeiden. Bevor ich auf “Publish” drücke, fehlen dann nur noch die Schlagworte, die jeder Artikel angehängt bekommt, um ihn einzuordnen und leichter auffindbar zu machen. Fertige Artikel lasse ich in der Regel nicht liegen, sondern fast alles, was online geht, wurde gerade zu Ende geschrieben.

    Nachtrag: Ich hab’ doch glatt vergessen, das Stöckchen weiterzuwerfen. Von Lilli, Alessandro und Stefan von den Schachblättern würde ich dann gerne wissen, wie sie bloggen. Wenn sie es denn niederschreiben wollen.

Tags: , ,

Ich glaube es ist nicht übertrieben zu sagen, dass ich eher selten “emotional” blogge, vor allem auf meinem Schwedenblog, auf dem ich am meisten schreibe. Ein nüchterner Ton liegt mir einfach mehr. Selbst wenn ich etwas für völlig falsch halte, bemühe ich mich oft, die Sache zuerst neutral darzustellen und dann meine hoffentlich gut begründete Meinung dazu abzugeben. Das gelingt natürlich nicht immer so, aber von Emotionsausbrüchen oder Gefühlsduselei wähne ich mich in der Regel weit entfernt.

Ausnahmen gibt es aber.

(Ich hätte eben fast “Ausnahmen bestätigen die Regel” geschrieben – der Spruch ist aber einfach falsch. Jede Ausnahme schwächt die Regel ab.)

Tags: , ,

Ich stoße im Netz ab und zu auf völligen Unsinn oder extremistische Meinungen zu Themen, über die ich blogge. Verlinkt man so etwas und schreibt darüber? Oder verbreitet man es damit nur weiter und sollte es am besten ignorieren? Reicht es zu schreiben, dass es Unsinn ist, oder hat man dann die automatische Pflicht, den Text auseinanderzunehmen und zu widerlegen? Willkürliche Behauptungen zu widerlegen, ist schwieriger als sie aufzustellen und man kommt da auch zu keinem Ende, wenn man einmal anfängt.

Ich habe mich bisher meist fürs ignorieren entschieden, aber gerade habe ich mich über etwas so aufgeregt, dass ich nicht anders konnte. :(

Tags: , ,

... sind wir also. Aha.

Tags: ,

Wenn man sich einmal zu bestimmten Themen aus den Nachrichten geäußert hat, fühle ich eine gewisse Verpflichtung, diese dauerhaft zu verfolgen. Das ist, finde ich, auch ein Vorteil, den man gegenüber klassischen Medien hat: Die haben zwar mehr Ressourcen, aber nach kurzer Zeit ist ein Thema durch und keiner interessiert sich mehr dafür. Hartnäckigkeit und Ausdauer sind insofern gar nicht so schwer, dass man sich ja schon einmal in den Gegenstand eingelesen hat und nicht mehr von vorne anfangen muss.

Andererseits befürchte ich, dass man einige Leser langweilt, wenn man zum X-ten Mal über dasselbe Thema schreibt, auch wenn sich etwas Neues dazu ereignet hat. Fiel mir nur gerade so ein, als ich zum zehnten Mal über Forsmark schrieb. Das macht aber eigentlich nur einen kleinen Teil der Beiträge aus und ich bin vielleicht der Einzige, der denkt, dass das Thema oft auftaucht.

Tags: , ,